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[Signora Leta] Die Overtüre...


[Signora Leta] Die Overtüre...

Postby Friedrich Lutheroth » 24 Jan 2012, 16:47

Wahrscheinlich hatte jeder Kainit der deutschen Lande von den mysteriösen Umständen in Leipzig erfahren und genau wie jeder mindestens zwei Theorien zum Untergang der Stadt hatte, verbreitete es sich wie ein Lauffeuer, dass ein Rat von Erstgeborenen einen Neuanfang in Leipzig initiierte. Man munkelte es sei die Chance für Neugeborene sich zu beweisen, oder für Machtgeile schneller voranzukommen. Wie dem auch sei, war es für Friedrich eine willkommene Chance. Ein Umzug würde natürlich einige Anstrengung mit sich bringen, allerdings würde sein Anhang ihm wohl auch in die Vorhöfe der Niederhölle folgen, wenn er es befähle.

Normal würde er Antonia beauftragen einen Brief aufzusetzen. Doch bei einem Brief von dieser Wichtigkeit empfahl es sich selber die Feder zu führen.

Zutiefst verehrte Signora Leta,
Ancilla des Clan Toreador,
Erstgeborene ihres Blutes

Mein Name ist Friedrich Lutheroth, Neugeborener der Toreador in der Domäne Plauen. Gemäß der fünften Tradition ersuche ich Sie mir die Gnade zu erweisen, mich vorstellen zu dürfen. Ich hege den Wunsch in der Domäne Leipzig ansäßig zu werden und hoffe diesbezüglich auf eine Audienz um mein Anliegen vorzutragen.

Im Zuge dessen übermittele ich Ihnen im Anhang meine Kontaktdaten und eine sichere Telefonnummer. Selbstverständlich beantworte ich Ihnen gerne weiterführende Fragen und verbleibe

Hochachtungsvoll,
Friedrich Lutheroth
Neugeborener der Toreador


Friedrich war sicher bald von Signora Leta zu hören. Er wies seinen Anhang an, sich bereit zu halten und bereits Möglichkeiten einer persönlichen Karriere in Leipzig anzustrengen. Er wollte nicht vorschnell handeln, doch war Vorbereitung der Schlüssel zu einem erfolgreichen Leben und so sollte es, würde sein Gesuch angenommen werden, keine unnötigen Verzögerungen in seinen Vorhaben geben.
Last edited by Friedrich Lutheroth on 30 Jan 2012, 10:39, edited 1 time in total.
Platon wrote:Beim Spiel kann man einen Menschen in einer Stunde besser kennenlernen als im Gespräch in einem Jahr.
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Re: [Signroa Leta] Die Overtüre...

Postby Signora Leta » 24 Jan 2012, 18:46

Eine Nacht verging ... ein Brief benötigte schliesslich seine Zeit, um seinen Empfänger zu erreichen ... und eine zweite Nacht verging. Schliesslich dann, in der dritten Nacht, kurz vor Mitternacht klingelte das Telefon, eben jener Anschluss, dessen Nummer der Signora mitgeteilt worden war.
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Re: [Signroa Leta] Die Overtüre...

Postby Friedrich Lutheroth » 27 Jan 2012, 14:09

In den letzten Tagen wirkte Friedrich leicht gereizt, geradezu nervoes. Doch als das Telefon klingelte, heiterte sich seine Mine auf. Die werte Signora hatte sich nicht lange bitten lassen, er war froh ueber den Umstand. Nicht weil er etwas bedeutete, sondern weil es ihm alsbald die Spannung nahm. Er hebte ab:

"Friedrich Lutheroth. Guten Abend verehrte Signora."

Erwartungsvoll horchte er nach der Stimme am anderen Ende.
Platon wrote:Beim Spiel kann man einen Menschen in einer Stunde besser kennenlernen als im Gespräch in einem Jahr.
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Re: [Signroa Leta] Die Overtüre...

Postby Signora Leta » 27 Jan 2012, 15:08

Einen Augenblick lang herrschte Stille ... als würde jemand am anderen Ende der Leitung die Luft anhalten ... ehe eine freundliche, routiniert klingende Stimme erklang, die doch recht fein und zierlich klang. Ganz anders, als der Toreador es sich wohl unter einer Ancilla seines Blutes vorgestellt hätte.

"Guten Abend, werter Herr Lutheroth ... mein Name ist Li Mei und ich bin untröstlich, dass ich ... Ihrer Hoffnung nicht gerecht werden kann."

Es verstrich ein Moment, ehe die junge Frau weiter sprach. Sie benutzte das Deutsche, als wäre sie schon seit vielen Jahren damit vertraut, dennoch mochte sie einen leichten Akzent nicht zu verbergen. Dieser mochte fast ein wenig exotisch anmuten und dem Hörer nicht auf Anhieb verraten, woher er stammte, ein Blick auf die junge Frau am anderen Ende der Leitung hätte da sicherlich Aufschluss geboten ... doch ein solcher blieb dem Toreador zunächst ja verwehrt.

"Ich hoffe dennoch, dass ich Sie gerade nicht störe und dass ich Ihnen ein wenig Ihrer kostbaren Zeit rauben darf ... denn ich rufe im Auftrag der sehr verehrten Signora Leta, Ancilla vom Clan Toreador an ... um mit Ihnen die Einzelheiten Ihrer Einreise nach Leipzig zu besprechen."

Obschon der Toreador die junge Dame nicht zu sehen vermochte, so war ihr freundliches Lächeln doch hörbar. Gerade bei diesem einen Wort, das sie sachte betonte, ganz selbstverständlich, als würde sie solche Gespräche tagtäglich führen.
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Re: [Signroa Leta] Die Overtüre...

Postby Friedrich Lutheroth » 30 Jan 2012, 09:28

Sein Fehler war ihm bereits nach den ersten Worten klar geworden. Wie er es hasste vorschnell zu handeln, doch würde dieser Fehler wohl nicht großartig ins Gewicht fallen und so entschloß er sich, einfach charmant wie immer zu reagieren und das beste aus der Situation zu machen.

"Guten Abend Li Mei, schön dass Sie mich anrufen. Entschuldigen Sie meine voreilige Schlussfolgerung aufgrund der Exklusivität dieser Nummer. Natürlich dürfen Sie sich etwas meiner Zeit nehmen, denn wenn ich eins habe, ist es Zeit, vielmehr möchte ich Ihnen danken, dass sie so frühzeitig angerufen haben und sich damit die Zeit für mich nehmen."

Auch Li Mei vermochte Freude in der Stimme von Friedrich zu vernehmen und so fügte er anschließend noch hinzu:

"Wie kann ich Ihnen helfen den Prozess der Einreise reibungslos zu gestalten?"
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Re: [Signroa Leta] Die Overtüre...

Postby Signora Leta » 30 Jan 2012, 09:52

Charme war etwas, worauf die junge Frau am anderen Ende der Leitung durchaus ansprang, vielleicht spielerisch, vielleicht aber auch wirklich ergeben, es mochte in diesem Momenten ja doch keinen Unterschied machen. Deutlich mochte man das freundliche Lächeln heraus hören, das Vergnügen, dieses Gespräch führen zu dürfen ... es nicht als reine Pflicht zu empfinden, selbst bei aller höflichen und respektvollen Zurückhaltung nicht.

"Vorab ... wäre zu klären, wann Sie nach Leipzig einzureisen gedenken, Herr Lutheroth. Und ob Sie über die Möglichkeit einer passenden Unterkunft verfügen. Was den Zeitpunkt Ihrer Ankunft betrifft, so richtet sich die Planung ganz nach Ihren Wünschen ... was die Unterkunft anbelangt, darf ich Ihnen das Angebot der Signora Leta unterbreiten, übergangsweise Räumlichkeiten in ihrer Villa zu beziehen ... bis sich etwas passendes gefunden hat."

Wieder verstummte die feine, teils fast ein wenig zerbrechlich wirkende Stimme der jungen Frau. Und dennoch lag unter dieser Feinheit eine gewisse Bestimmtheit ... eine gewisse Sicherheit.
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Re: [Signroa Leta] Die Overtüre...

Postby Friedrich Lutheroth » 30 Jan 2012, 10:06

Friedrich liebte Spiele. So spielte er mit:

"Nun, ich habe meine Anhang angewiesen keine Zeit zu verschwenden, sollte dieses Gespräch positiv verlaufen. Ich habe hier noch ein bis zwei Sachen zu erledigen. Allerdings wäre mir daran gelegen den Umzug nach Leipzig alsbald stattfinden zu lassen. Sagen wir ab einem Zeitraum von in 2 Tagen wäre ich flexibel."

Er ließ ein Kunstpause, um das gesagte erstmal einwirken zu lassen und fuhr dann fort:

"Das Angebot der werten Signora nehme ich dankend an. Es ist mir eine Ehre und eine Freude zeitweise ihr Gast sein zu dürfen. Sicher wird es nicht ganz einfach ein passendes Domizil in Leipzig zu finden und einzurichten, dass mir dieses Angebot sehr zusagt."

Und tatsächlich klang es so, als wäre Friedrich wirklich erfreut und ein wenig geschmeichelt von diesem großzügigen Angebot.
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Re: [Signroa Leta] Die Overtüre...

Postby Signora Leta » 30 Jan 2012, 10:30

Das Gehör eines Kainiten mochte unter Umständen so fein sein, dass es Kleinigkeiten, winzige Details wahr zu nehmen vermochte, die einem menschlichen Gehör vollkommen entgangen wären. Ein leichtes, hauchfeines Kratzen … für jemanden mit diesen nur allzu geschulten Sinnen wohl leicht als die Bewegung einer stählernen, mit Tinte gefüllten Spitze auf Papier zu entlarven. Notizen als Gedankenstütze, die sicherlich nicht von Nöten gewesen wären und doch … wäre für jemanden wie Li Mei auch nur der kleinste Fehler … unverzeihlich.

“Dann … würde ich vorschlagen, dass wir die Nacht vom [Datum in 4 Nächten] festhalten, um 23 Uhr, wenn Ihnen das recht ist. Die Signora wird sie in der Villa Burghardt im Stadtteil Gohlis-Süd empfangen …“

Diese kleinen Kunstpausen nutzte Mei offenbar auch ab und an gerne, das Gesagte klang doch aber auch weitaus angenehmer, wenn das eine stets ein wenig von dem anderen abgegrenzt wurde.

“Wenn Bedarf besteht, steht es selbstverständlich auch Ihrem Anhang frei, mich jederzeit zu kontaktieren, sollte es Fragen hegen … gerne lasse ich Ihnen zusammen mit den üblichen Förmlichkeiten meine persönliche Mobilnummer zukommen.“

Wieder eine kleine Pause, ein stilles Lächeln, das verborgen bleiben mochte und dennoch die Stimme einfärbte, Nuancen nur.

“Darf ich fragen, ob Sie in Bezug auf die Räumlichkeiten, welche Ihnen zur Verfügung gestellt werden … spezielle Wünsche heben?“

Ein wenig klang es so, als wäre selbst die Wahl der Bettwäsche und der Tapetenfarbe eine Option … so viel zuvorkommende Aufmerksamkeit. Ein jeder, welcher den Freispruch erhalten hatte mochte wissen, dass nichts jemals einfach nur so getan wurde, dass ein jeder vermeintliche Gefallen, jedes angenommene Angebot, jegliche Hilfestellung … stets eine Form von Schuld mit sich brachte. Aber dies mochte wohl ein geringer Preis sein, je nachdem, wie man es betrachten wollte.
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Re: [Signora Leta] Die Overtüre...

Postby Friedrich Lutheroth » 30 Jan 2012, 10:54

Dass Li Mei Notizen nahm, überraschte Friedrich wenig. Würde Antonia in einem solch schwerwiegenden Gespräch Fehler unterlaufen, würde er das auch entsprechend ahnden.

"Vielen Dank! Sollten sich Modalitäten zur Anreise ändern, kontaktieren Sie bitte Antonia unter [Nummer]."

Wäre dies ein Bewerbungsgespräch für einen Job, wären sie wohl gerade bei der Bezahlung angelangt. Eine bestimmte Tapete kam ihm dabei nicht in den Sinn, aber er wollte weiter seine Kunst verfolgen können, wenn ihn die Muse küsst und so setzte er an:

"Nun ich möchte mit meinen Wünschen nicht zur Last fallen. Mir fielen jedoch zwei ein: Zum einen wäre es vorteilhaft, Antonia in der Nähe zu haben und deshalb die Frage, ob ihr eine Kammer hergerichtet werden könnte. Doch von wesentlich höherer Bedeutung ist: ich bin Maler und es wäre mir viele daran gelegen, meine Künste weiter ausführen zu können. Ein Raum mit gutem Licht und einem Boden, um den ich mich nicht sorgen muss, wären sehr zuvorkommend."

Er war sich bewusst, dass jeder Wunsch einen entsprechenden Gefallen nach sich zöge. Doch wer wäre er, wenn er ohne Ansprüche durch die Welt geisterte. Zudem wäre er der Signora und seinem Clan in jedem Fall eine große Hilfe, so dass es auf Gefallen nur bedingt ankam.

"Dann werte Li Mei, glaube ich wir können es hier beschließen. Ich danke nochmals für Ihren Anruf und verabschiede mich. Auf Wiedersehen."

Höflich wartete er darauf, dass Li Mei noch abschließende Worte formulieren kann. Daraufhin würde er Antonia und seiner Herde den Aufbruch gebieten und ein Treffen mit Hans vereinbaren, um sich zu verabschieden. Es gibt viel zu tun!
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Re: [Signora Leta] Die Overtüre...

Postby Signora Leta » 30 Jan 2012, 11:08

Erneut erklang das verräterische Geräusch einer stählernen Feder auf Papier, ein Name, der notiert wurde, dazu eine Nummer … langsam nahm alles an Form an, einzig die Anreise und die Audienz an sich fehlten noch. Wenn man bedachte, wie angenehm und leicht so ein Telefongespräch doch sein mochte, wollte man nur zu gerne bedenken, dass die Begegnung mit der Ancilla nicht zwingend gleich angenehm werden musste. Letztlich lag doch alles in Friedrichs Hand und das mochte beruhigen …

Auf die Wünsche des Toreadors ging Mei indes nicht mehr näher ein, dass sie letztlich mehr aufgeschrieben hatte als Antonias Namen und deren Nummer mochte ihm verraten, dass die Wünsche sehr wohl zur Kenntnis genommen worden waren … und vielleicht sagte ihm etwas, dass sie durchaus erfüllt werden würden. Die Stille, die sich seitens der jungen Frau kurz ausbreitete, mochte einem zustimmenden Nicken gleich kommen.


“Ich werde alles Nötige veranlassen, Herr Lutheroth. Ich bedanke mich für das überaus angenehme Gespräch und wünsche Ihnen eine gute Reise nach Leipzig …“

Sie wartete darauf, dass der Toreador auflegte, denn sie selbst würde die Verbindung nicht unterbrechen … erst, wenn sie das verräterische Knacken in der Leitung wahr nahm, würde auch sie den Hörer auflegen und ihre Aufgaben weiter verfolgen. Pflicht und Vergnügen.
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