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[Robin Monditi] Lasst Blumen sprechen ...


[Robin Monditi] Lasst Blumen sprechen ...

Postby Signora Leta » 07 Feb 2012, 19:00

Villa Burghardt - Eindrücke
Die außerordentlich prachtvolle Villa wurde im Jahre 1908 von dem bekannten Leipziger Architekten Otto Paul Burghardt in massiver Bauweise errichtet und befindet sich in einem eleganten, traditionsreichen Villenviertel. In Leipzig ist dieses elegante Anwesen auch als ehemaliges französisches Konsulat bekannt. Die Villa verfügt über ca. 680 m² Wohn-/Nutzfläche, verteilt auf 4 Etagen. Die Villa hat 4 Balkone, von denen man einen großartigen Ausblick genießen kann. Vom Wohnzimmer aus, welches sich im Erdgeschoss befindet, gelangt man in den grünen Garten. Der Außenbereich mit seinen landschaftsgärtnerisch angelegten Pflanzenflächen und seinen alten Baumbestand an Süd und Westseite verspricht Erholung pur. Auf dem Grundstück befindet sich ein Nebengebäude mit ca. 105 m², welches z.Z. als Fitness- und Wellness-Bereich mit Sauna genutzt wird.


Lage
Die überaus repräsentative Stadtvilla befindet sich in einer der besten Lagen von Leipzig, in Gohlis-Süd. Der beliebte Stadtteil ist geprägt durch seine Bebauung mit attraktiven Villen und Mehrfamilienhäusern aus der Gründerzeit und grenzt direkt an das Stadtzentrum. Zur Freizeitgestaltung laden die vielfältigen kulturellen Angebote der Großstadt, z. B. das Gewandhaus oder die Oper ein. Für Ausflüge oder zum Entspannen bieten sich der berühmte Zoo, das romantische Rosental und das Gohliser Schlösschen an, welche sich alle in unmittelbarer Nähe zum Anwesen befinden.
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Re: [Robin Monditi] Lasst Blumen sprechen ...

Postby Robin Monditi » 07 Feb 2012, 19:27

Es hatte sich vorbereitet, wie auch sonst würde man das Haus verlassen? Der schlichte Wagen, weiß, ein BMW guter Bauart, mit leicht blauen hinteren Scheiben, gleitet vor dem Anwesend um 22.30 Uhr vor. Kein lauter Motor, kein protziges zur Schau stellen von Kraft. Ein hochgewachsener Mann entstieg der Fahrertür, der weiße Anzug, mit dem weißen Hemd und der silberweißen Krawatte hätte ihn wohl blass gemacht, wenn die Haut nicht die Farbe von gerinnender Schokolade haben würde. Echter Schokolade, ohne Milch oder Zucker. Durch die Kleidung wirkte er nun noch dunkler.

Er öffnete die Tür hinter seinem Platz und reichte eine Hand hinab. Das Kainskind hatte sich für eine elegante, eng sitzende schwarze Hose aus Stoff entschlossen. Der teure Stoff fiel glatt wie ein Vorhang die langen schlanken Beine hinab, betonte den wohlgeformten Po und zeichnete auch einen Schritt ab. Das weiße Hemd wurde fast gänzlich durch eine Weste verdeckt, aus dem gleichen Farbton und Stoff wie die Hose. Einzig oben am Kragen, sah man einen silbernen Fleck, die Krawatte, scheinbar gleicher Art wie die des Fahrers. Die Füße steckten in eleganten, schwarzweißen Budapester. Diese glänzen leicht, scheinen auf Hochglanz poliert worden zu sein.

Erst das Gesicht schenkte dem Erscheinungsbild etwas Irritierendes. Die halblangen silberblonden Haare sind zu einzelnen, großen Locken geformt. Die Frisur war zu einer früheren Zeit wohl weit mehr bekannt. Doch saßen die Haare perfekt, jede Strähne für sich geformt und wippten bei den leichten Bewegungen nach.
Die milchig weiße Haut schimmerte wie Marmor und blass erkennt man die blauen Venen und Adern darunter. Ein Mantel aus weißem Fell liegt locker auf den Schultern, wie eine Dame ihn tragen würde und die großen blauen Augen blicken interessiert zum Haus. Es scheint gewillt jede Form, jeden Winkel in sich aufzunehmen, erkundet, bewundert.
Aus den minimal geöffneten flammendroten Lippen, die neben den Augen zwei deutliche Farbakzente sind, dringt ein wenig Rauch, unbewusst. Mit dem leichten Hauch von Rusch auf den Wagen und den kohlschwarzen Wimpern ein typisch weibliches Bild.

Dann stand das Neugeborene vor dem Anwesend, drückt die Zigarette auf der Zigarettenspitze in dem hingehaltenen Aschenbecher aus und schritt, einen Moment später gefolgt von dem dunkelhäutigen Mann, auf das Anwesend zu. Die schlanken, langen Finger in den schwarzen glatten Handschuhen streckten sich aus und drückten den Klingelknopf, wobei der Blick der eisblauen Augen weiterhin auf dem Haus lag.
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Re: [Robin Monditi] Lasst Blumen sprechen ...

Postby Signora Leta » 07 Feb 2012, 19:41

Der Finger des Neugeborenen berührte den Klingelknopf noch fast gar nicht, da summte bereits der Öffnungsmechanismus des Tores, welches den bequemen Weg auf das Anwesen ermöglichte. Nun, im Winter, war nicht viel von der eigentlichen landschaftlichen Schönheit dieses Fleckens Erde zu sehen und dennoch wohnte in der Anordnung der Bäume, der Büsche und sonstigen Verzierungen eine gewisse Harmonie. Der steinerne Weg, welcher zum Haupteingang der Villa führte, war ordentlich gekehrt und gesalzen, so dass man selbst mit glatten Sohlen nicht fürchten musste, auszurutschen. Zudem wurde er von kleinen Laternen mit Buntglaseinsätzen beleuchtet, die der nächtlichen Stimmung ein wenig die Kälte nahmen.

Zu dem Haupteingang der Villa führte eine kurze Treppe hoch. An deren unteren Ende standen zwei Frauen, die einander so ähnlich sahen, dass man nicht hätte sagen können, welche nun welche war - hätte man sie überhaupt gekannt. Es war anzunehmen, dass eine davon Mei war. Die andere war dann scheinbar ihre Schwester. Sie trugen beide den selben, dunkelgrauen, fast schwarzen Mantel mit passendem Fellschal, der Rest der Kleidung wurde dadurch minder oder mehr bedeckt - es war kalt im Lande Deutschland und im Gegensatz zu Robin mochte dies den beiden Frauen durchaus etwas ausmachen, auch wenn keine von ihnen eine entsprechende Regung zeigte. Je näher man kam, desto eher mochte man erkennen, dass es letztlich eben doch winzig kleine Unterschiede in den Gesichtern der beiden Chinesinnen gab. Jene bemerkte man zweifellos aber auch nur dann, wenn diese nicht direkt nebeneinander standen. Auch mochte man im Dunkel neben der Treppe zwei Schemen erkennen ... niedrige Schemen, Wachhunde wohl.

Eine der beiden Frauen setze sich in Bewegung, als Robin mitsamt Begleitung auf dem steinernen Weg zu erblicken war, dann, in einigen Schritten Abstand blieb sie stehen. Da dieser Punkt des Anwesens von der Strasse aus bereits nicht mehr einsehbar war, ging Mei einem gewohnt höflichen Ablauf der Etikette nach und verneigte sich entsprechend vor dem Neugeborenen, ehe sie dann das Wort ergriff. Immerhin war sie bis das Gespräch mit der Signora begann noch so etwas wie die Gastgeberin.


"Ich wünsche einen guten Abend ... darf ich Sie heute wieder mit Fräulein Monditi ansprechen oder hegen Sie diesbezüglich einen anderen Wunsch?"

Die Stimme würde Robin eindeutig bekannt vorkommen, so lange lag das Gespräch immerhin aber auch noch nicht zurück. Die Begleitung des Neugeborenen indes wurde nicht begrüsst, der Mann war selbst für den Ghul der Signora lediglich schlichtes Beiwerk.
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Re: [Robin Monditi] Lasst Blumen sprechen ...

Postby Robin Monditi » 07 Feb 2012, 23:11

Die Klirrende Kälte mochte zum Statuenhaften Erscheinungsbild von Robin passen. Mit ruhigen, gleichmäßigen Bewegungen trat das Neugeborene durch das Tor und hob leicht die Hand, worauf der Mann dahinter nickte und sich dann auch zurück zum Wagen begab. Hier im Inneren gab es nichts mehr, wovor er sie beschützen musste oder wobei er von Nutzen gewesen wäre. Außer vielleicht dem dummen Irrglauben, er könne sie vor dem was im Inneren warte beschützen.

Leise knirschte der Knies bei jedem Schritt unter den polierten Schuhen und Robins Bewegungen waren von einer fast traumwandlerischen Sicherheit und zugleich Ästhetik, wie sie nur wenigen Menschen und auch Kainskindern zu Eigen waren. Ein kundiges Auge mochte hier die Fähigkeit eines Tänzers oder einer Ballerina erkennen, die ein geborenes Gefühl für den eigenen Körper besaß. Jede Locke für sich wippte leicht im Takt der Schritte, als das Neugeborene näher kam. Der Blick wanderte über die Anordnung, die kleinen Zeichen für Schönheit, Ästhetik und Eleganz im Garten. Schien diese durchaus zu würdigen.

Als Robin die beiden Schwestern sah, schmolz das Statuenhafte, das kalte von ihr, wie der Schnee unter der Sonne. Ein freundliches, ehrliches Lächeln legte sich auf die vollen, sanft geschwungenen Lippen und es blieb stehen, auch um den Ghul den Raum für Etikette zu schaffen. Nach der Verbeugung und den Worten von Mei streckte das Kainskind leicht die Hand aus, den Handrücken dem Bodenzugewandt, so als würde es Mei anbieten wollen, ihre Hand in diese zu legen. In den fließenden, gleichmäßigen Bewegungen sprach Robin dann auch.

„Es ist mir eine Freude den Abend in Ihrer Gegenwart beginnen zu können, Frau Mei und so es Sie nicht stört, können wir gern bei der bisherigen Ansprache bleiben.“

Weder wirkte es falsch noch arrogant, eher charmant, wie Robin zu ihr sprach. Die Stimme gewann, jetzt wo man sich wirklich gegenüber stand, durchaus an angenehmer Kraft, klang sanft und menschlich in den Ohren. So Mei ihre Hand in die Hand von Robin gelegt hatte, konnte sie eine warme Haut durch den dünnen Stoff spüren und Robin beugte sich vor und hauchte sicherlich eine Spanne über der Hand einen Kuss auf den Handrücken.
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Re: [Robin Monditi] Lasst Blumen sprechen ...

Postby Signora Leta » 07 Feb 2012, 23:35

Mei war ... berührt von dieser besonderen Form der Aufmerksamkeit. Sie zeigte keinerlei Angst oder Berührungsscheu, als sie ihre Hand anhob und in Robins legte. Aber dann, als die Hände sich berührten, vermochte das Kainskind dennoch das Gefühl von Anspannung zu bemerken, welches sich im Körper der jungen Frau ausbreitete und jede Pore, jeden noch so kleinen Nerv für sich in Besitz nahm. Ein Kribbeln, leichte Erregung, Vorsicht, Skepsis, das Wissen, das so vieles nur Schein war ... all dies und noch viel mehr griff nach der Chinesin und tat doch der Tatsache, dass sie sich dieser für jemanden von ihrem mehr als geringen Status überaus ungewöhnlichen Behandlung ergab, keinen Abbruch. Sie lächelte. Und flehte innerlich nur um eine einzige Sekunde des Zurücksehen-Dürfens, über die Schulter, zu ihrer Schwester ... es hätte für sie die Welt bedeutet, den Hass in den schwarzen Augen sehen zu dürfen, den Neid, die Missgunst, die Gier, an Meis Stelle zu sein.

Stattdessen senkte sie den Boden, deutete im Zuge des Handkusses sogar einen altmodisch-anmutigen Knicks an und spielte das Spiel der Verlegenen schlicht perfekt. Vielleicht, weil sie es tatsächlich war. Erst einige Momente später sah sie Robin dann wieder an, niemals zu direkt und dennoch dem Neugeborenen die nötige Aufmerksamkeit schenkend.


"Es ist mir eine Ehre und Freude, Sie heute Abend persönlich begrüssen zu dürfen, Fräulein Monditi."

Als der richtige Zeitpunkt dafür gekommen war, zog Mei ihre Hand sachte wieder zurück und deutete dann mit einer einladenden Geste zum Villeneingang.

"Fräulein Monditi, erlauben Sie mir, Sie auf eine kleine Eigenheit chinesischer Namen aufmerksam zu machen? Es ist so, dass wir unseren Nachnamen und nicht unsere Vornamen voranstellen ... daher habe ich mich Ihnen gewohnheitsgemäss mit Li Mei vorgestellt. Es tut mir Leid, wenn ich damit für Verwirrung gesorgt habe."

Wenn Robin sich in Bewegung setzte, dann tat Mei dies auch. Stets wirkte es so, als würde das Neugeborene führen, obschon eben die Chinesin den Weg vorgab, welchen sie beschritten. Nun, hier draussen war dies sicherlich noch keine Überraschung, in einem fremden Haus jedoch, in dem man sich nicht auskannte, war dieses kleine Detail durchaus nicht ganz so einfach, wie man denken mochte.

Im Inneren angelangt erhielt Robin die Möglichkeit, Garderobe abzulegen. Ein eigens dafür abgestellter Ghul würde jene noch in der Eingangshalle entgegen nehmen und im Garderobenraum verwahren. Mei indes führte Robin in einen kleinen Salon, in welchem es Sitzmöglichkeiten und ein hohes Fenster mit Blick in den Garten gab. Alles in dieser Villa hatte seinen Platz, die Einrichtung war kostbar und stilvoll zugleich, in keinster Weise überladen und dennoch sehr edel … altmodisch zugleich, moderne Elemente würde man hier vergeblich suchen. Eine weibliche Hand hatte hier eindeutig für die ganz eigene Note gesorgt, wessen Hand es tatsächlich war, war alles andere als ein Rätsel. Als sie den Salon betreten hatten, schloss Mei die Tür hinter sich, Robin hatte sie selbstverständlich den Vortritt gelassen. Auch würde sie es dem Neugeborenen überlassen, wie es sich in dem Raum bewegen oder aufhalten wollte ... und ob es das Gespräch, vor allen Dingen die offenen Fragen thematisieren wollte. Deswegen war es doch immerhin bereits eine halbe Stunde früher da.
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Re: [Robin Monditi] Lasst Blumen sprechen ...

Postby Robin Monditi » 07 Feb 2012, 23:53

Der Schein und das Sein, zwei Dinge, Gegensätze wie gemeinhin gesagt wurde, die gerade in der Welt der Unsterblichen immer wieder zusammen fanden. Doch man musste das neugeborene nur anblicken, um zu wissen, dass diesem die Gegensätze nicht vollkommen fremd waren. Es hatte wohl einen anderen Zugang dazu. So lächelte Robin freundlich, verstehend und legte den Kopf leicht schief, um besser zu hören, um Aufmerksamkeit zu zeigen und um zu zeigen, dass sie Verstand.

Es war nur ein leichtes Nicken zu der Ghulin, das anzeigte, dass Robin wirklich verstanden hatte und das auch anzeigte, dass sie die Worte annahm. So glitt das Neugeborene mit fließenden Bewegung neben, hinter vor der Chinesin entlang. Sich dem Spiel anpassend führend und folgend zu sein. Auch zeigte sich, dass das Kainskind scheinbar beides konnte und doch nichts direkt davon zu präferieren schien. Der Mantel aus weißem Fell glitt von dem dunklen Sakko und der Weste und Robin zupfte sich die schwarzen Handschuhe von den schlanken Fingern, reichte sie dem Fremden, ohne ihn wirklich zu beachten, wie es schien. Aus der Tasche des Mantels entnahm sie eine kleine Handtasche, schlichtes weißes Leder, kaum groß genug um ein modernes Portemonnaie zu beherbergen und doch fügte es sich irritierend passend in das Gesamtbild. Ebenso die wie die Lippen roten Fingernägel.

Der Blick der Augen aus gefrierendem Wasser glitt ebenso gleitend wie die Bewegungen über das Innenleben des Hauses. Sie ruhten selten, hier und da und auch zeigten sie kein starren oder Stauen, aber in dem Blick lag Anerkennung und ein Sinn für das Schöne. Im Salon selbst schritt das Neugeborene zu den Sitzgelegenheit und drehte sich dort erst einmal um, der Blick auch hier nicht ruhend, doch auch nicht gehetzt sondern den Raum betrachtend. Dann in einer gleichmäßigen Bewegung setzte sie sich und das lebendige Lächeln kehrte auf das Gesicht zurück. Sie blickte Mei an.

„Es besitzt einen angenehmen Flair. So anders für mich und doch vertraut.“

Das Lächeln vertiefte sich eine Spur und der Blick schien kurz entfernt, als würde es sich erinnern. Die Worte waren geschliffen, rund gesprochen, kein Zögern, kein Stocken, selbst die Atmung wirkte bemessen, um für jede Silbe genug Luft zu haben. Doch es verlor mit jedem Wort an kühle oder Distanziertheit, wirkte lebendiger, angenehm menschlich.

„Wie gern würde ich verweilen. Aber ich habe einen Fehler gemacht und Sie können mir vielleicht helfen.“
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Re: [Robin Monditi] Lasst Blumen sprechen ...

Postby Signora Leta » 08 Feb 2012, 09:26

Mei kam nicht umhin, einige Eigenschaften zu erkennen, welche durchaus auch ihrer Herrin zu eigen nennen waren und auch kam sie nicht umhin, zu bemerken, dass die beiden Toreador nicht unterschiedlicher hätten sein können. Die eine so hell, die andere so dunkel. Es waren Gedanken, die sie für sich allein hegte, wer hätte sie derlei Dinge denn auch einfach so aussprechen lassen ...

Obschon Robin sich setzte, blieb die Chinesin in einem angemessenen Abstand stehen. Den Blick hielt sie auf das Neugeborene gerichtet, sah jedoch in diesem Sinne nicht auf dieses hinab, sondern einfach nur zu diesem hin. Dann, als Robin die Sprache auf den gemachten Fehler brachte, lächelte die junge Frau leicht und setzte dann zum sprechen an. Höflich und zurückhaltend, wie das Neugeborene es inzwischen von ihr kannte, doch mit einem gewissen Unterton, der verriet, dass Mei lange nicht mehr so jung war, wie sie aussah. Womöglich war der Ghul sogar älter als so manches Kainskind.


"Sagt man den Narzissen nach, sie würden ausdrücken dass ... jemand den grössten Traum, die grösste Sehnsucht zu erfüllen mag, so werden sie gleichermassen dazu verwendet, jemandem zu sagen, er sei ganz schön eitel. So vieles hat zwei Bedeutungen oder noch mehr und stets muss man die Gefahr im Auge behalten, dass der Empfänger einer negativen Bedeutung weitaus mehr einräumt als einer positiven. Das, was meine Herrin mitunter gerne als "Tanz" bezeichnet, hat seinen Anfang schon in den kleinsten Regungen, manchmal genügt ein falsches Wort, ein falsch ausgesuchtes Geschenk, um zu stolpern, noch ehe man ... das Parkett, auf dem getanzt wird, überhaupt betreten hat."

Die ganze Zeit über sprach sie ruhig, besonnen, wählte ihre Worte mit Bedacht und versuchte dennoch das, was sie zu sagen hatte, so deutlich auszudrücken, wie es nur ging.

"Ich kann Ihnen insofern helfen, als dass ich Ihnen ein paar Eindrücke schildere, die ich im Laufe der Zeit gewinnen durfte ... die Detailverliebtheit meiner sehr verehrten und geliebten Herrin mag nur einer davon sein. Die überaus geringe Bereitschaft zur Nachsicht ein weiterer. Dennoch ... darf ich Ihnen wohl sagen, dass Sie heute Abend die Möglichkeit haben, sich so zu zeigen, als ... hätte es diesen kleinen Teufel im Detail nicht gegeben, auch wenn er sicher nicht vergessen werden wird."
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Re: [Robin Monditi] Lasst Blumen sprechen ...

Postby Robin Monditi » 08 Feb 2012, 10:17

Robin blickte Mei an, auch hier in dem Blick konnte man echtes Interesse erkennen. Wie hätte Mei auch wissen können, dass das Kainskind beim Anblick der fast gleichen Schwester mehr als nur Erstaunen sondern Freude empfunden hatte. Immerhin hatte es selbst Zwillinge in den Diensten stehen. Diese Art von Verbundenheit wie unter Geschwistern, unter Zwillingen im Besonderen, war etwas Faszinierendes und mochten vielleicht eine Spur dessen zeigen können, wie sich das Androgyne anfühlen mochte.

Dass Robin wie Tag und Nacht zur sehr verehrten Signora stand, mochte es vielleicht sogar wissen. Doch auch hier war es weniger der unüberwindliche Gegensatz, der dazu beigetragen haben mochte, dass die Stadt Leipzig ausgewählt wurde. Nachdem Mei geendet hatte, erfolgte eine leichte, eine dezente Geste des Neugeborenen, die Mei einen Platz anbot. Nicht herrisch oder befehlend, sondern so als würde Mei die Wahl gelassen, als würde man vorschlagen zusammen sich irgendwo niederzulassen. Jeder Mensch wäre bei den Worten wohl blass geworden, doch hatte dieses Kainskind sich recht gut unter Kontrolle. Einzig ein leichter graustich der Haut mochte zeigen, dass Robin einen Schock ob dieser Auslegung bekommen haben mochte.

So dauerte es auch einige Momente, die Mei zum setzten oder stehen bleiben nutzen konnte, ehe es weiter sprach. Innerlich vielleicht aufgewühlt, äußerlich war davon nichts zu erkennen. Ein wenig war die lebendige Freundlichkeit einer Nachdenklichkeit gewichen, nicht gegenüber Mei, sondern wohl dem Gesprächsumstand geschuldet.

„Das ist ein kaum zu verzeihender Fehler gewesen.“

Sagte es mir ruhiger Stimme. Sie hatte nichts von dem ruhigen fließenden Charakter verloren, doch die Augen tanzten einige Momente durch den Raum, ehe sie wieder auf Mei zum liegen kamen.

„Jede Entschuldigung wäre auch Nichtig, da es mein alleiniges Verschulden ist. So werde ich der sehr verehrten Signora Leta gegenüber treten und kein Wort darüber soll meine Lippen verlassen. Ich danke für ihre Aufklärung und vielleicht finden Sie einen passenderen Zeitpunkt mein Bedauern über mein Unvermögen bei Ihr deutlich zu machen und meine Bereitschaft für diesen Fehler einzustehen.“

Vielleicht war es dem Alter, der Offenheit der Worte oder dem Umstand, dass es um etwas bat geschuldet, Robin senkte minimal den Kopf vor dem Ghul, nachdem es gesprochen hatte.
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Re: [Robin Monditi] Lasst Blumen sprechen ...

Postby Signora Leta » 08 Feb 2012, 13:20

Mei zog es vor, stehen zu bleiben, das Spiel der Gastgeberin derart voran zu treiben wäre letztlich dann wohl doch zu weit gegangen. Nicht zuletzt unterstrich es noch einmal, wer hier das Neugeborene war und wer lediglich das Werkzeug. Aber wer wäre sie, den Wunsch eines Kainskindes auszuschlagen, solange die Signora nichts Gegenteiliges von ihr verlangte? Also nahm auch die junge Frau Platz und sah dann weiterhin zu Robin, hörte zu und verarbeitete das Gesagte, um entsprechend darauf reagieren zu können.

Nun, da Robins Augen für einige Momente durch den Raum tanzten, mochten sich dem Neugeborenen mehr Details zu erkennen geben, als noch zuvor. Ein Bild mit Motiven aus dem 19ten Jahrhundert, eindeutig auszumachen an der Art der Kleidung, welche die Menschen trugen, die an einem Kanal Venedigs flanierten. So einfach war die Stadt zu erkennen, wenn man die Architektur und einige besondere Merkmale im Gedächtnis trug. Italien ... natürlich nahm dieses Land sehr viel Platz in dieser Villa ein. Signora Leta. Dies allein verriet doch schon, warum.


"Eine solche Bereitschaft setzt die Signora wie selbstverständlich voraus, Fräulein Monditi. Gerne aber richte ich meiner Herrin ihre Worte aus ..."

So höflich und zurückhaltend lächelte Mei, sie war ja nur hier, um zu dienen. Und dennoch hatte sie manchmal diesen Blick, der ... Ehrgeiz verriet. Diese besondere Gier im Inneren, die einen voran brachte. Es hing nicht von der Chinesin ab und doch von ihr, wie weit sie damit kam.

"Wenn es von Ihrer Seite keine Fragen mehr gibt, würde ich vorschlagen, dass ich Sie nun hinauf in das Lesezimmer begleite ... dort werden Sie von der Signora erwartet werden."
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Re: [Robin Monditi] Lasst Blumen sprechen ...

Postby Robin Monditi » 08 Feb 2012, 21:17

Bereitschaft und Bereitschaft waren oft nicht das Gleiche. Und so bewusst Robin war, dass die Signora genau dies Voraussetze, so bewusst war ihr auch, das viele Neugeborene dies nicht als Voraussetzung sahen. Eine Entschuldigung, damit wäre für manch einen auch schon alles fertig gegeben und vielleicht sogar vergessen gewesen. Robin blickte Mei einige Momente lang an, nicht unfreundlicher dabei werdend nicht starrend, aber so als wäre ihr etwas Neues an der Ghulin aufgefallen. Und solche Kleinigkeiten wurden sich auch gemerkt

Nach den Worten nickte es leicht. Wenn auch vielleicht ein wenig überrascht, dass die Signora es vor der Zeit sehen wollte. Doch zeigte dies weder Gestik noch Mimik. Die fließenden Bewegungen setzten wieder ein, als es sich erhob, einen winzigen Flusen von dem Sakko zupfte und Mei anlächelte. Es schien keinerlei Probleme zu bereiten Bewegung und Sprechen synchron auszuführen.

„Sie konnten mir weiterhelfen und sind dazu eine sehr angenehme Gesellschaft . Es ist eine Freude jemanden wie Sie hier kennen lernen zu können, Frau Li.“

Warum auch immer diese Worte Robins Lippen verließen, es blickte sich noch einmal leicht im Raum um, kleine Details in sich aufnehmend und nickte dann.

„Ich möchte die sehr verehrte Signora Leta in keinem Fall warten lassen.“

Fügte es nach diesen ein zwei Momenten der Stille an und würde sich dann auch in Richtung der Tür bewegen. Ohne Hektik aber auch nicht trödelnd.
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