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Opern Café [offen]


Re: Opern Café [offen]

Postby Damien de Winter » 05 Nov 2012, 16:18

Er folgt ihr wortlos, die Hände tief in den Taschen seines Mantels vergraben. Läuft über den Vorplatz, ohne die Chinesin eines Blickes zu würdigen oder auch den Menschenmann, den er zuvor noch interessiert betrachtete. Der Toreador folgend nimmt er auf dem zuvor von ihr bezeichneten Sitz Platz, die Hände nach wie vor zwischen den Falten des Mantels verborgen.

Ihre Worte scheinen ihn aus irgendwas zu wecken, irgendwelche düsteren Gedanken, die ihn umtreiben, denn er blinzelt überrascht und hebt dann den Kopf, um ihrem Blick zu begegnen. Die Falte über seiner Nasenwurzel will nicht weichen und die Linien seines Gesichts wirken schärfer im Kunstlicht, die Schatten unter seinen Augen tiefer. Dennoch drängt sich ein dünnes Lächeln auf seine Lippen, derweil seine Miene ernst bleibt... sich bewusst seiend.


"Es war einmal..." flüstert er und seine Stimme stünde einem Märchenerzähler gut zu Gesicht. Dunkel, dass man ihm folgen will. "Ich bin sicher, sie haben schon von ihm gehört... Johann Adolf von Zezschwitz, Ancilla von Clan Ventrue." Der Name des Königs. Sein Blick gleitet von ihrem Gesicht irgendwo ins Nichts draußen vor dem Fenster und die Lichter gleiten über die blasse Haut und malen neue Schatten. "Und es war... irgendwann... vorher."
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Re: Opern Café [offen]

Postby Signora Leta » 06 Nov 2012, 14:01

Die schöne Italienerin sass so aufrecht und gerade, dass man sie als Vorbild für sittsame und wohlerzogene Töchter hätte abbilden können ... in einem Buch, das vor 130 Jahren veröffentlich wurde. Dennoch wirkte sie in ihrer Art keineswegs steif, die Haltung an sich war eine verinnerlichte Selbstverständlichkeit, etwas, an das man keinen Gedanken verschwendete, ganz gleich, wie viel Mühe es anderen bereitet hätte, diese derart zu wahren. Die Hände lagen auf ihrem Schoss übereinander, der Blick grün-grauer Augen hingegen lag nach wie vor auf Damien.

"Freigesprochen von einem Prinzen, der aus dem Clan Ventrue hervor gegangen ist ... Du verstehst mit Sicherheit meine Verwunderung, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass ein solcher Dich freispricht, ohne dass Du über die selbstverständlichen Grundlagen, die von unserer Gesellschaft verlangt werden, verfügst und welche Dir als Kind zweifellos beigebracht wurden. Etikette ... und Maskerade ..."

Sie sprach ruhig aber gerade das mochte etwas Bedrohliches, Verärgertes in ihren Unterton pflanzen. Nur sachte war das Lächeln, angedeutet in ihren Mundwinkel und es vermochte die Strenge ihres Blickes nicht zu mildern, obschon sie noch immer nicht unfreundlich wirkte. Oder gar so, als wäre sie nicht durchaus bereit, Damien an der einen oder anderen Stelle auf die Sprünge zu helfen.

"Was also hast Du falsch gemacht?"
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Re: Opern Café [offen]

Postby Damien de Winter » 07 Nov 2012, 23:28

Es müssen ihre Worte sein, die unwillkürlich ein schräges Lächeln auf seine Züge bringen, wenngleich es wohl keineswegs Belustigung über ihre Person selbst beinhaltet. Eher ein interner Witz... mit einem Hauch von Bitterkeit verwoben. Dann blinzelt er, in die Wirklichkeit zurück findend und das Lächeln verschwindet, um einem Ernst zu weichen, der angemessen scheint... ob der Situation.

"Ich vergaß... mich..." Er antwortet nicht sofort, aber doch ohne groß zu zögern. Dann hält er doch inne und auf seinem Schoß bewegen sich die Finger in den Manteltaschen. Fingernägel, die sich in die weiche Haut der Handflächen drücken. "Die Wahl meiner Worte war unangebracht in der Öffentlichkeit unter den Menschen... eigentlich..." fügt er hinzu und es wirkt fast nachdenklich, während sein Blick wieder aus dem Fenster hinaus wandert. "...weiß ich es besser."

Wieder folgt ein Moment der Stille, in dem er einfach nur ins Dunkel sieht, als folge er den vorbeiziehenden Lichtern, aber seine Augen bleiben still. Dann presst er die Lippen zusammen und als er sie wieder anblickt, da steht in seinem Gesicht etwas geschrieben von... sich ins Unvermeidliche fügend.
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Re: Opern Café [offen]

Postby Signora Leta » 08 Nov 2012, 09:47

"Mh-hmm."

Der leise Laut, welcher ihre Lippen verliess, klang ein wenig so, als würde sie durchaus an Damiens Worten zweifeln, immerhin war er doch ein Neugeborener und ein Kind mehr, so dass diese Zweifel auch durchaus berechtigt waren. Sie fuhren durch das nächtliche Leipzig, vorbei an menschenleeren Bürgersteigen und hell erleuchteten Schaufenster, die auch nachts die Kunden wie das Licht die Motten anziehen wollten. Erst nach einer ganzen Weile sagte die schöne Italienerin wieder etwas, den Blick jedoch hatte sie die ganze Zeit wie eine schwere Bürde auf dem Malkavianer ruhen lassen.

"Du weisst, dass ein solcher Faux-pas unverzeihlich ist ..."

So sanft waren diese Worte geformt, gewärmt von einem Lächeln, das recht freudlos war, keineswegs aber unfreundlich.

"... es mag für Dich also Glück im Unglück sein, dass Du an meine Person geraten bist. Ich bin durchaus gewillt, dieses eine Mal die Augen zu verschliessen."

Das Lächeln vertiefte sich und ein raubtierhafter Zug streifte die grün-grauen Augen für einen Moment.

"Und beizeiten werde ich auf Dich zurück kommen, auf dass Du die Schuld begleichst. Bis dahin jedoch lass uns nicht mehr über Dein dummes Missgeschick sprechen."

Selbst ihre Art zu sprechen klang lebendiger, als man es von einer Persönlichkeit wie ihr erwartet hätte. Die Intonierung versprach Temperament, ganz gleich, wie ruhig ihr Äusseres war, das R und das A betonte sie stets etwas stärker, hegte und pflegte den Akzent ihrer Herkunft wie ein Schmuckstück, welches einem besonders am Herzen lag.

"Signora Leta, Ancilla vom Clan Toreador, Erste meines Blutes zu Leipzig und Harpye der Domäne Leipzig."

Als wäre zwischen den Moment, in welchem Damien sich vorgestellt hatte und diesem nichts geschehen, kam die Signora den üblichen Formen der Etikette nach und lachte dann, nur einen Augenblick später, leise.

"Nun, Damien ... da Du meine Aufmerksamkeit unweigerlich hast, erzähl mir ein wenig von Dir."
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Re: Opern Café [offen]

Postby Damien de Winter » 20 Nov 2012, 23:07

Für einen Augenblick lang hält er ihren Blick, erwidert ihn aus unergründlichen Goldaugen, die stumm sein wollen, aber in denen es dennoch vage flackert wie längst erloschene Glut, in die der Wind fährt und sie erneut zum Leben erweckt. Und dann, als wär´s ihm bewusst, was man darin lesen könnt, senkt er den Blick in einer Geste, die genauso gut Respekt bedeuten könnte... man starrt einem stärkeren Raubtier nicht in die Augen, es könnte seinen Jagdtrieb wecken und man wär gefressen, ehe man es sich versieht.

Stumm bleibt er sitzen, während sich die Stille dehnt, reglos bis auf die unwillkürlichen Bewegungen, die ihm das Ruckeln des Autos abringt und erst, als sie erneut das Wort ergreift, sieht er wieder auf. Ein dünnes Lächeln sickert auf sein Gesicht, eins, das sich durchaus verstehend glaubt und er neigt das Kinn in der Andeutung eines Nickens, aber ohne weitere Worte.

Die Floskel hingegen, die keine ist und doch, lässt das Lächeln für einen Moment lang reifen, ehe es erneut verblasst. Er neigt den Kopf ein wenig schräg und eine dunkle Haarsträhne fällt ihm ins Gesicht wie ein schwarzer Streifen aus Schatten. "Von mir." wiederholt er und die dunkle Stimme verliert sich in der ebensolchen Dunkelheit des Wagens.
"Damien... das bedeutet "der mächtige Mann"... ein Wunschtraum meines Vaters, fürchte ich." Das Lächeln kehrt zurück, schräger dieses Mal und mit einem Streifen Selbstironie. "Dennoch entschied ich mich dafür ihn zu behalten. De Winter war ich nicht immer, doch entschied ich mich genauso dafür. Namen geben so vieles über uns Preis... oder malen ein Bild, das von uns gemalt werden will. Wie auch immer." Er schüttelt den Kopf.

"Ich war... und jetzt bin ich hier und wünschte doch manchmal, ich wär´s nicht... aber zu wählen liegt nicht immer in unserer Macht und sicher nicht in meiner." Er wirft ihr einen Blick zu, musternd jetzt. Lange Wimpern umgeben die ungewöhnlichen Augen, lang und dunkel und geschwungen... scheinbar verschwendet an jemanden wie ihn. Einen Mann. Fast greifbar spiegelt sich die nachdenkliche Frage auf seinem Gesicht, ob sie´s wohl auch wünschte, aber er spricht es nicht aus. Stattdessen schweigt er für einen Moment, in der nur das Rauschen des Motors die Stille frisst. "Welche Art von Details wären es, die ihr Interesse finden, Signora?"
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Re: Opern Café [offen]

Postby Signora Leta » 26 Nov 2012, 11:21

In einer Limousine sass man sich unweigerlich recht nah gegenüber. Zwar gab es keine direkte Berührung, dennoch mochte das Tier im Inneren die fehlende Distanz nicht. Die unsichtbare Linie, welche um einen jeden gezogen war - um manchen enger, um manchen weiter, so wie bei der Signora und welche man nicht überschreiten sollte oder gar durfte überschnitt sich hier doch beinahe empfindlich. Und doch liess man sich nichts anmerken, hielt die Maskerade und die Fassade stets aufrecht. Mochte man meinen.

"Mich interessieren stets jene Details, die weit über das Oberflächliche und Offensichtliche hinaus gehen. Eigentlich nichts, wonach man fragen müsste ... nicht?"

Ihr Lächeln war warm und kalt zugleich, ein perfektes Zusammenspiel mit dem wachsamen Blick ihrer grün-grauen Augen, welcher unablässig auf dem Neugeborenen lag.

"Aber vielleicht halten wir uns vorerst an dem auf, was Du als ... vorher ... bezeichnest. Ich würde mich freuen, wenn Du mir ein Bild von Leipzig malst wie es vorher war. Mit Deinen Worten ..."
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Re: Opern Café [offen]

Postby Damien de Winter » 04 Dec 2012, 22:08

Er lächelt schräg, so unwillkürlich, als sei es tatsächlich das, was es scheint... eine spontane mimische Reaktion auf ihre Worte. So gänzlich unberechnend.

"Nein... nichts, wonach man fragen müsste. Aber ebenso empfinde ich unser Verhältnis... noch..." Er sieht sie an, die Lider halb geschlossen über dem Gold seiner Augen und es wirkt fast ein wenig bedauernd. "...nicht so sehr intim, dass ich eben jene Details einfach so verschenken möchte. Was bliebe da noch übrig, um es zu geben... wenn sich die Dinge einmal ändern?"

Schatten wandern über sein Gesicht, umspielen die scharf geschnittenen Konturen und mildern diesen Zug um seinen Mund, der so grausam wär... schmerzhaft zu betrachten, umgeben von einem bittersüßen Aroma. Und dennoch liegt da etwas gehetztes in dem Gold, etwas, das davon spricht, dass er um die unsichtbare LInie weiß, dass er die Berührung spürt... und wohlmöglich den Schritt, der darüber hinaus ging. "Leipzig." sagt er dann wie aus dem Nichts heraus und gibt damit ihrem Ansinnen nach - ihr eine Freude zu machen. Sein Blick gleitet von ihrem Gesicht und sieht durch die getönten Scheiben hinaus und für einen Moment lang wirkt er fern, wie in Erinnerungen versunken. "Liebe und Hass können manchmal so nah beieinander liegen. Ich liebte sie, ich hasste sie und kam doch niemals gänzlich von ihr los. Ich war mittendrin und doch nur dabei, ich stand außerhalb und sah zu. Leipzig..." Er hält inne und schüttelte den Kopf, wie um einen Gedanken zu vertreiben. Als er dann von neuem beginnt, hat die dunkle Stimme etwas flüsterndes, kühles, das die Worte umspielt wie Glas. "Wie immer sind es die Details, die mir noch im Gedächtnis sind. Der Wind im Gesicht auf dem Aussichtsturm im Rosental. Der Gesang in der Thomanerkirche, der durch die verglasten Fenster dringt, während man draußen steht und der Schnee die Welt in Stille taucht. Das Geräusch der eigenen Schritte auf dem Marmorboden, auf dem Weg zu..." Seine Stimme verklingt und dunkles Haar fällt ihm ins Gesicht, als er den Kopf senkt. Als er weiter spricht, ist seine Stimme plötzlich unsäglich nüchtern. "Leipzig ist ein Moloch, der alles verschlingt, was sich ihm in den Weg stellt. Viele... viel zu viele sind schon fort und noch viele mehr werden folgen. Leipzig ist dunkel und in seinen Schatten verbergen sich Dinge, die schrecklicher sind als wir." Er blickt auf und seine goldenen Augen glitzern durch die Strähnen dunklen Haars, als ihm ein hartes, sprödes Lachen über die Lippen kommt. Dann neigt er den Kopf zur Seite und blickt sie an. Nur an. Und zuckt dann mit den Schultern, als wär es nichts."Vergessen sie das Letzte."
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