by Damien de Winter » 04 Dec 2012, 22:08
Er lächelt schräg, so unwillkürlich, als sei es tatsächlich das, was es scheint... eine spontane mimische Reaktion auf ihre Worte. So gänzlich unberechnend.
"Nein... nichts, wonach man fragen müsste. Aber ebenso empfinde ich unser Verhältnis... noch..." Er sieht sie an, die Lider halb geschlossen über dem Gold seiner Augen und es wirkt fast ein wenig bedauernd. "...nicht so sehr intim, dass ich eben jene Details einfach so verschenken möchte. Was bliebe da noch übrig, um es zu geben... wenn sich die Dinge einmal ändern?"
Schatten wandern über sein Gesicht, umspielen die scharf geschnittenen Konturen und mildern diesen Zug um seinen Mund, der so grausam wär... schmerzhaft zu betrachten, umgeben von einem bittersüßen Aroma. Und dennoch liegt da etwas gehetztes in dem Gold, etwas, das davon spricht, dass er um die unsichtbare LInie weiß, dass er die Berührung spürt... und wohlmöglich den Schritt, der darüber hinaus ging. "Leipzig." sagt er dann wie aus dem Nichts heraus und gibt damit ihrem Ansinnen nach - ihr eine Freude zu machen. Sein Blick gleitet von ihrem Gesicht und sieht durch die getönten Scheiben hinaus und für einen Moment lang wirkt er fern, wie in Erinnerungen versunken. "Liebe und Hass können manchmal so nah beieinander liegen. Ich liebte sie, ich hasste sie und kam doch niemals gänzlich von ihr los. Ich war mittendrin und doch nur dabei, ich stand außerhalb und sah zu. Leipzig..." Er hält inne und schüttelte den Kopf, wie um einen Gedanken zu vertreiben. Als er dann von neuem beginnt, hat die dunkle Stimme etwas flüsterndes, kühles, das die Worte umspielt wie Glas. "Wie immer sind es die Details, die mir noch im Gedächtnis sind. Der Wind im Gesicht auf dem Aussichtsturm im Rosental. Der Gesang in der Thomanerkirche, der durch die verglasten Fenster dringt, während man draußen steht und der Schnee die Welt in Stille taucht. Das Geräusch der eigenen Schritte auf dem Marmorboden, auf dem Weg zu..." Seine Stimme verklingt und dunkles Haar fällt ihm ins Gesicht, als er den Kopf senkt. Als er weiter spricht, ist seine Stimme plötzlich unsäglich nüchtern. "Leipzig ist ein Moloch, der alles verschlingt, was sich ihm in den Weg stellt. Viele... viel zu viele sind schon fort und noch viele mehr werden folgen. Leipzig ist dunkel und in seinen Schatten verbergen sich Dinge, die schrecklicher sind als wir." Er blickt auf und seine goldenen Augen glitzern durch die Strähnen dunklen Haars, als ihm ein hartes, sprödes Lachen über die Lippen kommt. Dann neigt er den Kopf zur Seite und blickt sie an. Nur an. Und zuckt dann mit den Schultern, als wär es nichts."Vergessen sie das Letzte."
Alle Menschen tragen eigentlich einen anderen Namen.
In jedem Menschen gibt es einen anderen Menschen.
Das Gerede irrt und hinter den Worten gibt es andere Worte.
Man sieht uns nur im Dunkeln.
Man hört uns nur in der Stille