Der Rucksack war schell aufgehoben und geschultert, während Balthasar sich schon umdrehte. Kurzum schloss Rafael auf, immer bedacht mindestens einen Schritt hinter dem Erstgeborenen zu bleiben. Sein Blick wanderte nun doch öfter, durch die Landschaft. War das Gefühl des Beobachtetwerdens nur Einbildung oder waren sie wirklich nicht allein? Wie wahrscheinlich war es, dass Balthasar alleine hergekommen war? Andererseits war der Primogen Gangrel. Brauchte er wirklich Verstärkung? Unwahrscheinlich.
Erst die Stimme des Ältesten rief seine Gedanken zurück zur Situation. Er wusste, dass dieses Thema angesprochen werden würde und, dass Rafael eine Erklärung verlangte. Also begann der jüngere Gangrel einfach mit der Wahrheit.
"Ich wurde vernichtet...", schlicht waren die Worte, die da über seine Lippen kamen. Schlicht und kalt, ganz als kümmere sich Rafael nicht darum. Ruhe folgte. Er wollte das Gesagte wirken lassen, ehe der Gangrel dann weiter vorne anfing.
"Geboren, erzogen und freigesprochen wurde ich in Dortmund. Letztlich bin ich dann nach Köln gewandert, um dem Ruf der Wildnis zu folgen. Es hat mich schlichtweg Nichts mehr in Dortmund gehalten." Er sagte das, als sei es vollkommen natürlich. Zum Ende hin wurde Rafael deutlich ruhiger: "Im Laufe der Jahre hat sich mein Erzeuger Feinde angelacht. Einer davon hat herausgefunden, dass ich in Köln war und schaffte es mich zu überrumpeln... wollte meinen Erschaffer mit meinem Tod strafen. Als er mich zurück ließ, war er felsenfest im Glauben, dass ich der Vernichtung nahe war. Die Zeit sollte den Rest für ihn erledigen, doch es kam anders. Ich tauchte unter. Das ist jetzt vier Wochen her. Seitdem bin ich auf der Suche nach einem Ort, an dem ich verweilen kann und hoffe ihn hier in Leipzig zu finden."