Drunken Heart




Little Tokyo, der verruchtere, weniger bekannte kleinen Bruder von Chinatown, nämlich jener Bezirk, der direkt an Chinatown angrenzte und in dem Hautsächlich Japaner wohnten. Touristen mieden diesen Teil der Stadt meist, und das auch gutem Grund, denn hier wimmelte es von Zwielichtigen Etablissements mit den dazu passenden Gestallten und selbst die Polizei hatte ihn fast schon aufgegeben und eine selbstständige Subkultur florierte. Es gab hier alles, was man sich nur wünschen konnte, von japanischen Friseursaloons und nem Supermarkt angefangen über Restaurants und Bars. Japanische Schriftzeichen waren auf den Schildern der Läden zu sehen, wohin das Auge reichte.





Auf einem der Schilder konnte man unter den japanischen Schriftzeichen, den Kanji, für den Namen auch noch die englische Übersetzung lesen. Drunken Heart Karaoke Bar. Es ist stickig in besagter Bar, der Raum vom Rauch von Zigaretten erfüllt. Licht erhellte nur spärlich dosiert den Raum. Im Hintergrund läuft mal amerikanische und mal japanische Musik, die der rockigeren Richtung zugerechnet werden musste. Die Mattschwarz lackierten runden Holztischen, die im ganzen Raum verteilt sind sind zumeist Männliche Gäste belegt, besonders Samstag Abend, wenn das Geschäft besonders florierte. Die Gäste sind zumeist Japanischer Herkunft, aber sie bringen auch schon mal Geschäftspartner oder dergleichen mit her. Was für Geschäfte dies dann allerdings sind will kaum einer Wissen.


Auf zwei kleinen Bühnen tanzt meistens jeweils ein Mädchen sehr spärlich bekleidet, oftmals in Schuluniformen nachempfundenen, kurzen Röckchen mit weißen, halb durchsichtigen Blusen oder dergleichen, zusammen mit einem anderen. Alles Asiatinnen natürlich, wie es sich gehört. Die Mädels haben meistens dann eine Pause, wenn Jemand anderes etwas singen möchte, wozu sie gerne animieren. Es gilt ein strikter Kodex. Anschauen ja, angrapschen nicht erlaubt. Wer sich nicht daran hält fliegt raus, denn dies ist kein Puff oder sonst was. Für solche Gelüste muss man nur über die Straße auf die andere Seite gehen.


Der Inhaber der Bar ist Nakajima Toshihiro, der angeblich, vereinzelten, leisen Gerüchten zur Folge sogar lose Beziehungen zur Yakkuza hier in NY besitzt, gar nicht mal so unwahrscheinlich wenn man ein wenig die Augen offen hält in was für einer Umgebung sich die Bar befindet. Offensichtlich redet über so etwas allerdings in ganz Little Tôkyô.

 


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